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Räbeliechtliumzug: Auch der Weg ist ein Ziel

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Auch diesmal erinnerte der erste Freitagabend im November - der traditionelle Urdorfer Räbeliechtlitag - eher einer lauen Frühlingsnacht als einem garstigen Spätherbstabend. Das konnte den Teilnehmenden am Umzug natürlich nur recht sein. Vor allem die Windstille war hochwillkommen, denn dadurch löschte nur selten einmal eines die vielen Hundert Kerzchen aus.

Der Ablauf des traditionellen Lichterfestes ist eigentlich seit Jahren gleich geblieben: Besammlung auf dem Zentrumsplatz, Singen von Räbeliechtli-Liedern mit Unterstützung von Bläsern der Harmonie, Beginn des Umzugs unter den Klängen unserer Blasmusik, Marsch durch Urdorfs Strassen als leuchtender Tatzelwurm, angeführt von Trommlern des Tambourenvereins Helvetia Zürich, feierliche Rückkehr mit Empfang durch die Harmonie, und am Schluss erhalten alle Kinder zur Belohnung für das tapfere Durchhalten einen feinen Nussstängel. Was aber von Jahr zu Jahr zumindest teilweise ändert, sind die Kinder und ihre Eltern. Jedes Jahr kommt nämlich bei den Kindergärtlern ein neuer Jahrgang dazu, währenddem die ältesten Unterstufenkinder inzwischen in die Mittelstufe gewechselt haben und somit ausscheiden. Und immer wieder darf man die Erfahrung machen, dass der Räbeliechtliumzug für alle etwas Besonderes, Schönes, Feierliches ist, ein Fest der ruhigeren Art, eines auch für stille Geniesser.

Räbeliechtliumzug
Lueg, mis Räbeliechtli!
Räbeliechtliumzug
Am Schluss rahmen die Fackelträger die Musik ein und sorgen für eine besonders feierliche Stimmung

Ebenso wichtig wie der Umzug: Das Schnitzen der Räben

Auch der Weg ist ein Ziel: Der Räbeliechtliumzug beginnt eigentlich schon mit dem Aushöhlen und Verzieren der Räben. Das erfordert von den jungen Schnitzerinnen und Schnitzern viel Ausdauer, Geschicklichkeit und auch Kraft. Darum laden viele Lehrerinnen jeweils die Mamis und Papis zum Mitschnitzen ein, und diese kommen meist noch so gerne und in Scharen. Ihre Hilfe ist oft auch nötig, damit am Schluss dann auch alle Räben rechtzeitig fertig sind und am Umzug als kleine Kunstwerke präsentiert werden können.

Einige Unterstufenklassen haben in den letzten Jahren auch damit begonnen, Klassen mit älteren Schülerinnen und Schülern zur Mithilfe einzuladen. Diesmal waren gleich mehrere Sekundarschulklassen im Einsatz. Was die sich doch so gerne als "cool" gebenden Jugendlichen dabei boten, war eine absolut gefreute Sache. Es war total eindrücklich zu erleben, wie liebevoll und engagiert sich Vierzehnjährige um Achtjährige kümmerten, sie berieten und ihnen tatkräftig zur Hand gingen. Bemerkenswert war zudem der freundliche Umgangston den Jüngeren gegenüber - ein erfreulicher Kontrast zu dem, was man manchmal auf der Strasse hört. Beides scheint zum Alter Pubertierender zu gehören: die oft etwas rauhen Sitten untereinander und das Zeigen von Mitgefühl und Übernehmen von Verantwortung Jüngeren gegenüber. Die Oberstufe muss jedenfalls schwer damit rechnen, dass sie auch inskünftig um Mithilfe beim Räbenschnitzen angefragt wird. Und vielleicht entwickeln sich aus diesen Kontakten  heraus ja auch noch andere Projekte...

Räben schnitzen
Hier im Schulhaus Bahnhofstrasse: Zweitsekschüler helfen Drittklässlern

Dank

Einmal mehr sei auch an dieser Stelle allen gedankt, die zum guten Gelingen des Räbeliechtliumzugs beigetragen haben: dem Familienverein für die Hauptorganisation, dem Musikverein Harmonie und dem Tambourenverein Helvetia, den vielen helfenden Eltern und Oberstufenschülern mit ihren Lehrpersonen, dem Kollegium des Kindergartens und der Unterstufe, dem Schulpräsidenten für das Aufstellen des Korridore auf dem Zentrumsplatz und vielen andern, die auch sehr wichtige Rollen übernahmen wie etwa die Person, die der Umzugsroute entlang jeweils das Licht ausschaltet und so weiter und so fort.

Text und Bilder: Toni Blaser

 

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