Lernstrategien in der Mittelstufe

Mit zunehmenden Altern wird es wichtiger, das eigene Lernen selbständig steuern zu können. Diese Lernstrategien helfen den Schülerinnen und Schülern im Weihermatt dabei.


Zusammenfassung

Die Kinder fassen einen Inhalt oder Text zusammen. Dabei gehen sie systematisch vor.

 

Beschreibung:

Das Zusammenfassen eines Textes stellt eine Schlüsselqualifikation dar. Beim Üben dieser komplexen Fähigkeit empfiehlt es sich, schrittweise vorzugehen. Beim Hervorheben werden Schlüsselwörter oder Kernaussagen angestrichen. Wichtig ist, dass erst bei einem zweiten Lesedurchgang unterstrichen wird, wenn bereits ein Überblick über den Gesamttext vorhanden ist. Zudem dürfen nicht zu viele Stellen markiert werden, da sonst der Effekt des Hervorhebens verloren geht. Der nächste Schritt dient der Gliederung und dem Generieren eines „roten Fadens“. Dazu schreibt man neben den einzelnen Abschnitten Zwischenüberschriften, die zum Inhalt passen. Schliesslich folgt der Schritt des Verdichtens, bei dem jeder Abschnitt in eigenen Worten in ein bis zwei Sätzen zusammengefasst wird.

 

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Wort-Kartei-System

Die Kinder lernen Begriffe systematisch.

 

Beschreibung:

 

Der Lernstoff oder Wortschatz wird auf Karteikarten übertragen (zum Beispiel: auf der Vorderseite ein Bild und auf der Hinterseite die entsprechende Erklärung oder vorne eine Aufgabe und hinten die Lösung oder vorne das Wort auf Deutsch und hinten auf Englisch…). Die Wort-Kartei-Maschine kann also für die Prüfungsvorbereitung in verschiedenen Fächern (Fremdsprachen, Mensch und Umwelt, Mathematik, Deutsch) dienen. Nebst den Lernkarten benötigt es auch einen Karteikasten mit fünf Fächern. Die neuen Karten werden ins erste Fach gelegt und dann mit einem Eigendiktat oder durch Abfragen geübt. Anschliessend wird sortiert. Die beherrschten Karten kommen ins zweite Fach und die anderen bleiben im ersten. Die Letzteren werden in weiteren Durchgängen geübt. Sind alle Karten im zweiten Fach werden sie wiederholt. Bei Wissen kommen sie ins dritte Fach, bei Nicht-Wissen wandern sie ins erste Fach zurück. So wird weiter verfahren bis alle Karten im fünften und letzten Fach angelangt sind. Beim Lernen mit Karteikarten ist zudem folgendes zu beachten: der Lernende soll das Kärtchen erst umdrehen, wenn er die Lösung laut ausgesprochen hat und es sollen unbedingt Eselsbrücken genutzt werden. Die Kärtchen sollen immer wieder durchmischt werden, um Reihenfolgeeffekte zu vermeiden. Schliesslich sollen die Karteikarten in beide Richtungen gelernt werden.

 

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Spickzettel

Die Kinder verfassen einen Spickzettel um die Langzeitspeicherung der Lerninhalte zu unterstützen.

 

Beschreibung:

Bei der Lernstrategie des Spickzettels werden Lerninhalte in Kurzform mit wesentlichen Begriffen notiert. Oft wird der Lernstoff bereits durch das Aufschreiben in eigenen Worten im Gedächtnis besser verankert. Liest der Lernende den Zettel zusätzlich mehrmals durch, wird das Wissen noch tiefer gespeichert.

 

Erklärungsfilm:

 



Reziprokes Lernen

Kinder lesen miteinander einen Text und arbeiten gemeinsam am Verständnis.

 

Beschreibung:

Beim Reziproken Lernen werden Texte in Kleingruppen gelesen und verschiedene Lesestrategien angewendet, die ein vertieftes Verständnis ermöglichen. Hierfür wird der Text in Abschnitt eingeteilt. Diese Abschnitte werden nacheinander so bearbeitet, dass alle Kinder den Abschnitt für sich lesen, ein erstes Kind (A) übernimmt die Rolle der Lehrperson und stellt Fragen zum gelesenen Abschnitt, alle Gruppenmitglieder versuchen die Fragen zu beantworten, ein zweites Kind (B) fasst nun den Inhalt des Abschnitts zusammen und die Mitglieder der Gruppe dürfen ergänzen oder korrigieren. Nun fragt ein drittes Kind (C) nach Unklarheiten, eigenen relevanten Erfahrungen, Zusammenhängen und Beispielen. Die restlichen Kinder beantworten die Fragen. Schliesslich übernimmt das letzte Kind (D) die Rolle der Lehrperson und äussert Vorhersagen über den weiteren Verlauf des Textes. Auch hier dürfen die anderen Mitglieder der Gruppe mit eigenen Vermutungen ergänzen. Bei den nächsten Abschnitten wird dieses Verfahren wiederholt, wobei die Rollen immer wieder gewechselt werden. Diese Form der Lerninteraktion fördert das selbst regulierte Lernen.

 

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